Bayern Lexikon
Perchtenlauf
Die Perchtenläufe finden in den Nachweihnachtszeit, in den Rauhnächten, die von Heiligabend bis Dreikönigstag dauern, statt.
Die Perchten vertreiben nicht den Winter, wie oft irrtümlich behaupetet wird, sondern wecken diese wecken durch ihre Tänze und durch Stampfen die Erdgeister, damit diese das Licht wiederbringen.
In Kirchseeon wird der Perchtenlauf seit 1954 wieder abgehalten.
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Bayernhymne
Die Melodie stammt von Konrad Max Kunz aus dem Jahr 1860. Der Text der ursprünglichen drei Strophen stammt von Michael Öchsner
Text der Bayernhymne
1. Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
walte Seine Segenshand!
|: Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
Und erhalte dir die Farben
Seines Himmels, weiß und blau! :|
2. Gott mit dir, dem Bayernvolke,
dass wir, uns’rer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden
bauen uns’res Glückes Herd!
|: Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
einig uns ein jeder schau
und den alten Ruhm bewähre
unser Banner, weiß und blau! :|
Weihenlinden
Entstehung der Wallfahrt
An Stelle der heutigen Wallfahrtskirche stand einst auf einem umzäunten Grundstück zwischen zwei Linden eine steinerne Martersäule. In diesem sogenannten „Weichlindengarten" waren der Legende nach drei vornehme Männer begraben. Im frühen 17. Jahrhundert übertrugen Höglinger eine zunächst wenig beachtete Muttergottesstatue, die nach einem unversehrt überstandenen Sturz auf den Boden der Pfarrkirche besonders verehrt wurde, in die Nische der Martersäule. In den Notzeiten des Dreißigjährigen Krieges und der Pest gelobten die Höglinger 1632/34, bei den Weichlinden eine Kapelle zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit zu errichten.
Als Bauarbeiter nun vergeblich nach Wasser suchten, sollen ihnen drei vornehme Pilger erschienen sein, die ihnen Erfolg und göttlichen Segen vorhersagten. Tatsächlich fanden sie wenig später einen goldenen Ring mit zwei Granatedelsteinen und eine hebräische Münze, außerdem begann dort eine Quelle zu sprudeln. Die neue Gnadenstätte mit dem heilkräftigen Brunnen erhielt bald regen Zulauf. 1757 gemalte Mirakelbilder in den äußeren Arkadengängen zeigen Szenen aus der Entstehungsgeschichte sowie wunderbare Gebetserhörungen.
Gnadenkapelle
Hinter dem Hochaltar der Wallfahrtskirche liegt die ursprüngliche Gnadenkapelle. Von 1643 bis 1645 erbaut, ist sie nach außen hin achteckig, innen aber rund, so wie es der Münchner Kapuzinerpater Johann Chrysostomus wegen der Form des gefundenen Ringes empfohlen hatte. Valentin Steyrer, Weyarner Augustinerchorherrenpropst, ein wichtiger Förderer der Wallfahrt, ließ von 1653 bis 1657 die heutige dreischiffige Emporenbasilika errichten. 1736 wurde sie reich mit Stuck und Fresken ausgeschmückt.
Die Mitte des 1702 errichteten Altares in der Gnadenkapelle bildet das seit der Barockzeit kostbar bekleidete, spätgotische Gnadenbild der Muttergottes mit dem Kind; der Baldachin mit Strahlengloriole stammt aus dem Jahr 1757. 1761 entstand die prächtige Rokokostukkatur, mehr als hundert Jahre nach der Erbauung der Kapelle, als die Wallfahrt noch in voller Blüte stand. Auch in der heutigen Zeit kommen jährlich zahlreiche Wallfahrergruppen aus nah und fern zur Muttergottes nach Weihenlinden.
Heiligste Dreifaltigkeit
Die Wallfahrtskirche von Weihenlinden ist der Hl. Dreifaltigkeit und der Muttergottes - „Unser Lieben Frauen Hilf - geweiht. Als dritter Patron wird, gefördert durch die 1664 gegründete Josephibruder-schaft, der hl. Joseph verehrt. 1733 wurde in Weihenlinden auch eine Dreifaltigkeitsbruderschaft eingeführt. Auf die drei Patrone weist die Inschrift über der Altaruhr hin.
Das Obergeschoß des frühbarocken Doppel-Hochaltares aus der Zeit um 1660 zeigt eine sehr seltene und bemerkenswerte Darstellung der himmlischen Dreifaltigkeit - Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die drei göttlichen Personen werden durch drei gleichgestaltete bärtige Männer symbolisiert, versehen mit Tiara und gekrönter Weltkugel, die rechte Hand zum Segen erhoben. Jeder Statue ist unter der Nische ein eigener Altar zugeordnet. Die " auch künstlerisch wertvolle Gruppe wird dem Münchner Bildhauer Matthias Schütz zugeschrieben.
Wallfahrtsmuseum
Über der Sakristei der Wallfahrtskirche wurde im Jahr 2000 von der Pfarrei und dem Kunstreferat der Erzdiözese ein Museum eingerichtet. Das Museum beherbergt in drei Stockwerken eine reiche Auswahl an Kunstgegenständen und Votivgaben, die vornehmlich in der barocken Blütezeit der Wallfahrt gestiftet wurden. Damals hatten die Augustiner Chorherren von Weyarn, dem Weihenlinden seit 1651 angehörte, neben der Kirche auch ein Kloster für die betreuenden Seelsorger eingerichtet.
Die Sammlung ist in vier barocken Räumen untergebracht: Der über einer Mittelsäule gewölbte Eingangsraum im ersten Obergeschoß birgt Stifterportraits, Figuren und Gemälde sowie Teile des reichen Kirchenschatzes, im Nebenraum sind Votivbilder und Festtagsparamente zu sehen. Weitere Votivbilder und Teile des Kirchengutes sowie zwei große ehemalige Altarfiguren der Heiligen Petrus und Paulus folgen im zweiten Obergeschoß. Das dritte Obergeschoß beherbergt Tafeln der Festdekoration des im Jahr 1757 gefeierten Hundertjahrjubiläums.
Ebersberg
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